Ist das Kunst oder kann das weg ?

Ist das Kunst eckig rund

Hallo meine Liebe,

liest du eigentlich Modezeitschriften ?
Ja ?
Und, wie fühlst du dich danach ?
Wie geht es dir, wenn du seitenweise perfekt gestylte und retuschierte Körper in nicht-alltagstauglichen Klamotten konsumiert hast ?
Fühlst du dich gut, weil du dich vollkommen damit identifizieren kannst ?
Das freut mich für dich! Wenn du magst, darfst du hier aufhören zu lesen.
 
Oder geht‘s dir danach vielleicht gar nicht gut ?
Fühlst du dich klein, möchtest du dich am liebsten im Bett verkriechen, weil du aufgrund dieser Bilder denkst, dass etwas mit dir nicht stimmt ?
Dass du anders sein solltest, damit du dem gängigen Schönheits-Ideal entsprichst ?
Vielleicht lieber fünf oder noch besser zehn Kilo weniger auf die Waage bringen solltest ?
Deine Haare nicht blond genug sind oder deine Ohrläppchen zu groß ?
Dass du zu klein bist, zu groß bist, nicht muskulös genug, zu breite Schultern hast etc. blabla ?
 
Jetzt mal ehrlich:
Hast du wirklich Bock auf diese Abwärtsspirale von „ich bin nicht genug“-Gedanken ?
Ist es wirklich das, was du fühlen möchtest ?

Wie kannst du jetzt aus diesen negativen Gedanken ausbrechen und sie umwandeln ?

Erstmal legst du bitte die Zeitung weg und kündigst das Abo, falls du eins hast.
Dinge, die dir nicht gut tun darfst du getrost von deiner Aktivitäten-Liste streichen.

Lass mich dir eine Frage stellen: Was liebst du an anderen wirklich ? Wofür schätzt du sie ?
Liebst du deinen Partner, deine Freunde, deine Eltern oder Geschwister für ihr perfektes Aussehen, für ihre tollen Haare, ihre makellose Haut ?
Oder sind es doch eher andere Dinge, die dir an diesen Personen viel wichtiger sind und sie für dich liebenswert machen ?
Was ist mit dem abgedrehten Humor, den kreativen Ideen, dem tollen Zuhören-können, der Ehrlichkeit, dem kleinen Muttermal hinter dem Ohr, der Narbe auf dem Arm oder dem Knie ?
Was ist mit den lustigen krummen Zehen, mit den schiefen Zähnen, den Grübchen beim Lachen, den Sommersprossen oder den endlosen Gesprächen, die ihr führen könnt ?
Was ist mit der Abenteuer-Lust, die ihr teilt oder mit den Lachanfällen, die ihr schon hunderte Male zusammen hattet ?
Mit der Zahnlücke, den Kringellöckchen oder der markanten Nase ?
Letztendlich sind vermeintliche „Schönheitsfehler“ doch unsere Markenzeichen, die uns einmalig machen und die andere Menschen zu etwas Besonderem für uns machen.
Und uns selbst zu etwas Besonderem für andere.

Was glaubst du, wofür dich die anderen lieben ?
Wenn du es dir nicht vorstellen kannst, frag sie doch einfach mal.
Du wirst überrascht sein, was du für Antworten bekommst.
Und dann darfst du genau diese Dinge anerkennen und sie ebenfalls lieben lernen.

Wie wäre es, wenn du sie jeden Tag betrachtest und ihnen mit einer liebevollen Geste dafür dankst, dass du sie hast?
Du könntest zum Beispiel deinem kleinen Zeh eine Kusshand zuwerfen und dich dafür bedanken, dass er dich bei jedem Schritt, den du machst, unterstützt.
Du kannst auch eine kleine Challenge daraus machen und dir jeden Tag ein anderes Körperteil, eine Eigenschaft oder einen Charakterzug aussuchen, den du anerkennen möchtest und für den du dankbar bist.
Mach' das mal vier Wochen am Stück und schreib‘ mir dann gerne, was sich bei dir verändert hat.
Ich bin mir sicher, du betrachtest dich dann mit ganz anderen Augen.

Doch was machen wir jetzt mit dem Ursprung unseres Schönheits-Problems ?
Lass es uns doch als eine Art Kunst betrachten.
Respekt an den Künstler, der Körper mit einem Bildbearbeitungsprogramm dermaßen „perfektioniert“ und so anderen Menschen sein Verständnis von Schönheit darlegen möchte. Das haben Künstler schon immer getan und es hat uns Menschen schon immer beeinflusst.
Aber sollten wir uns mit einem Kunstgemälde vergleichen, egal ob digital, auf Papier oder Leinwand ?
Nur, weil du ein Fan von Picasso bist, musst du nicht wie eines seiner Gemälde aussehen wollen (und im Übrigen finde ich das auch nicht besonders erstrebenswert).
Probier‘ es doch mal mit dieser Sichtweise, wenn du mal wieder eine Modezeitschrift in der Hand hältst.
Und sobald du merkst, dass du wieder in alte Muster zurückfällst, frage dich:
Ist das Kunst oder kann das weg ?
 
Fühl' dich fabelhaft

Deine Juliane Mission Stilikone

 

 

 

 

 

Wenn du sofort loslegen willst: schreib mir...

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